
Sophie Coldwell: Fortschritt statt Perfektion
Sophie Coldwell über Mutterschaft und das Wiederentdecken der Freude am Laufen. Die britische Triathletin schlägt mit einer erneuerten Denkweise, einem neuen Sinn für Zielstrebigkeit und viel Unterstützung von ASICS ein neues Kapitel auf. Sie spricht mit SportsShoes darüber, wie sie als frischgebackene Mutter zum Laufen zurückgefunden hat, wie sie unvorhersehbare Tage meistert und eine neue Definition von Erfolg gefunden hat.
Wie sieht es derzeit aus, Mutterschaft und Training unter einen Hut zu bringen?
Es ist definitiv eine andere Art von Balance. Früher war das Training der zentrale Punkt meines Tages und alles andere wurde drum herum geplant. Jetzt richtet sich alles nach Phoebe. Es gibt keine feste Struktur mehr; an manchen Tagen bekommen wir die Balance als Familie perfekt hin, an anderen herrscht das totale Chaos… und das ist in Ordnung. Ich musste die Vorstellung von Perfektion loslassen. Im Moment steht der Fortschritt im Vordergrund. Wenn ich einen guten Lauf oder eine solide Schwimmeinheit schaffe, super. Wenn eine Einheit ausfällt, weil Phoebe krank ist oder ich nicht geschlafen habe, dann gibt es immer noch einen nächsten Tag.

Hat sich durch die Mutterschaft dein Umgang mit Training, Regeneration und Routine verändert?
So ziemlich alles hat sich verschoben. Mein Coach geht jetzt viel flexibler vor. Ich jage nicht mehr Zahlen oder Umfängen hinterher. Es geht nur noch um Qualität und darum, wie sich mein Körper an diesem Tag anfühlt, weil der Schlaf aktuell unberechenbar ist und meine Erholung ganz anders aussieht. Ernährung ist noch wichtiger geworden. Ich stille immer noch, deshalb achte ich noch genauer auf meine Nährstoffe und Energiereserven. Es war eine große Lernkurve, aber ich bin dankbar, viel Unterstützung um mich zu haben.
Hast du kreative Wege gefunden, das Training in die Babyroutine zu integrieren?
Wir haben gelernt, die kleinen Zeitfenster zu nutzen, die sich ergeben. Manchmal trainieren wir, wenn Phoebe schläft; manchmal gehen wir zu dritt in unser Home Gym. Außerdem haben wir Laufbuggys, die ich kaum erwarten kann zu nutzen, wenn sie etwas älter ist. Die größte Lektion war, nicht mehr auf den „perfekten“ Moment zu warten. Man geht los, wenn es passt, und zieht es dann durch.
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Was hat dich am meisten überrascht, als du nach der Geburt wieder mit dem Laufen angefangen hast?
Körperlich war ich überrascht, wie anders sich Laufen angefühlt hat. Ich hatte schon so lange keine ernsthafte Verletzung mehr, daher war es demütigend, wieder ganz neu anzufangen, in einem schwereren Körper, der noch stillt. Es hat mich überrascht, wie viel Freude mir schon kleine Erfolge bereitet haben – z.B. 20 Minuten am Stück zu joggen oder das erste Mal wieder gemeinsam zu laufen. Mir wurde klar, dass ich den Prozess liebe und nicht nur die Leistung.
Woran hast du gemerkt, dass du bereit für einen Wiedereinstieg ins Laufen warst?
Ich habe eng mit einer Physiotherapeutin für Frauengesundheit zusammengearbeitet. Wir haben die Beckenbodenfunktion, die Rumpfstabilität und alles rund um die Basis überprüft. Ich habe viel im Gym und auf dem Reformer gearbeitet, damit mein Körper wirklich bereit ist, wenn ich wieder ans Laufen gehe.
Es gibt nicht den einen magischen „Jetzt bin ich bereit“-Moment, aber wir haben die wichtigen Punkte abgehakt und alles schrittweise aufgebaut.
Hat die Mutterschaft deine Einstellung zum Wettkampf verändert?
Absolut. Ich bin immer noch ehrgeizig, aber ich habe jetzt viel mehr Perspektive. Triathlon ist wichtig, aber nicht mehr alles. Meine größere Aufgabe ist es, Phoebes Mutter zu sein. Wenn ich zu Hause bin, bin ich ganz bei ihr. Beim Training bin ich dann voll fokussiert, weil diese Zeit ein Privileg ist und ich Zeit von ihr fern verbringe. Das hat meine Motivation total verändert.
Welchen Rat würdest du Frauen geben, die sich während der Rückbildung mit Vergleichen schwer tun?
Vergleicht keine Zeitpläne. Jede Schwangerschaft, jede Geburt und jeder Körper ist anders. Dein Körper hat etwas Unglaubliches geleistet und verdient Zeit zur Heilung. Konzentriere dich auf deinen eigenen Fortschritt, egal wie klein, und feiere die kleinen Erfolge. Fitness kommt wieder, aber die ersten Monate mit deinem Baby gehen schnell vorbei – es gibt keinen Grund zur Eile.

Wie hat dich ASICS während der Schwangerschaft und beim Comeback unterstützt?
ASICS war großartig. Es gab nie Druck, schnell zurückzukommen oder etwas beweisen zu müssen – sie haben mich zuerst als Mensch unterstützt und dann als Athletin. Sie haben mich ermutigt, meinen Weg offen zu teilen, was ich sehr zu schätzen weiß.
Der GEL-NIMBUS™ 28 war Teil deines Wiedereinstiegs. Welche Rolle spielt er jetzt beim Laufen?
Er ist mein Favorit für lockere und regenerative Läufe. Die Dämpfung war perfekt, um sicher und komfortabel wieder Kilometer zu sammeln. Er hat mir sehr geholfen, dranzubleiben und diese Einheiten während dieser Aufbauphase sogar richtig zu genießen.
Welchen abschließenden Tipp würdest du Müttern geben, die wieder mit dem Laufen beginnen wollen?
Ich weiß, es klingt abgedroschen, aber habt Geduld mit euch. Ihr seid nicht mehr die gleiche Person wie vorher – ihr habt ein Kind ausgetragen, geboren und ernährt. Aber das heißt nicht, dass ihr nicht stärker und widerstandsfähiger werden könnt. Holt euch Unterstützung. Das Laufen läuft euch nicht weg, aber die ersten Monate mit eurem Baby gehen schnell vorbei. Genießt es, eure Liebe zum Laufen neu zu entdecken
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