
Wild Swimming: Vorteile & Sicherheitstipps auf einen Blick
Du liebst Schwimmen, möchtest aber mal raus aus dem Pool? Vermisst du die Freiheit weitläufiger Landschaften? Bring etwas Abwechslung in deine Wanderungen, indem du in natürliche Gewässer eintauchst und kombiniere Bewegung mit einer tiefen Verbindung zur Natur. Seen, Flüsse und versteckte Wasserfälle bieten wunderschöne Orte zum Schwimmen, vorausgesetzt, du bist gut vorbereitet.
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Wenn du noch keine Erfahrung mit Wildschwimmen hast, fragst du dich vielleicht: Ist es überhaupt sicher, in einem See zu schwimmen? Ist es gefährlich, in einem Fluss zu schwimmen?
Wie jede aufregende Aktivität birgt auch das Schwimmen in der freien Natur gewisse Risiken, unabhängig davon, ob du ein Gelegenheitsschwimmer oder ein erfahrener Schwimmer bist. Es ist daher äußerst wichtig, sich vor dem Sprung ins Wasser über die potenziellen Risiken im Klaren zu sein.
Aber keine Sorge: Wir erklären dir alles, was du wissen musst, um sicher zu sein und das Beste aus dem Naturbaden herauszuholen.
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Bildnachweis: Jaz Blakeston-Petch auf Unsplash
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Wie man Wild Swimming sicher praktiziert
Mit dem richtigen Wissen, der passenden Ausrüstung und den richtigen Menschen an deiner Seite kann Wildschwimmen zu einem unvergesslichen Erlebnis werden. Gleichzeitig gilt: Natürliche Gewässer sind nicht gesichert und werden nicht überwacht. Deshalb liegt deine Sicherheit ganz bei dir. Nimm diese Verantwortung ernst und bereite dich gut vor. Hier findest du wichtige Tipps und nützliche Ausrüstungsempfehlungen für dein Wildschwimmabenteuer.
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Vor dem Schwimmen
1. Frag deinen Arzt, ob du fit genug bist, um im Freien zu schwimmen. Die British Heart Foundation weist darauf hin, dass das Eintauchen in kaltes Wasser einen „Kälteschock“ auslösen kann (schnellerer Herzschlag, erhöhter Blutdruck, Kurzatmigkeit) und dass Menschen mit Herzerkrankungen vor dem Schwimmen in kaltem Wasser einen Arzt konsultieren sollten. [1]
2. Sag immer jemandem Bescheid, wann und wo du schwimmen gehst, damit diese Person Maßnahmen ergreifen kann, wenn sie sich Sorgen um dich macht. [2]
3. Überprüfe die Wettervorhersage. [3]
4. Informiere dich über die Wasserqualität, insbesondere über Warnungen vor Blaualgen oder anderen potenziellen Gesundheitsrisiken wie Wasserverschmutzung. [4]
5. Schwimme in dafür ausgelegte Bereiche, um Risiken durch Boote oder Wassersport zu vermeiden, und wähle immer sichere Einstiegspunkte. [5]
6. Bring Schwimmhilfen mit für deine Sicherheit [6].
7. Trage unbedingt einen Neoprenanzug, wenn du lange Strecken oder in kaltem Wasser schwimmst, um die Körperwärme zu erhalten. [7].
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Bildnachweis: Nanette Mudry auf Unsplash
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Während dem Schwimmen
1. Vermeide es, alleine zu schwimmen, insbesondere wenn du Anfänger bist [8].
2. Wenn du in kaltem Wasser (15 °C oder weniger) schwimmst, solltest du dich zunächst aufwärmen und dann langsam ins Wasser gehen, um einen Kälteschock zu vermeiden. Anfängerinnen und Anfängern wird empfohlen, mit kurzen Eintauchphasen von 30 Sekunden bis maximal 2 Minuten zu beginnen. So kannst du die körperliche Reaktion auf die Kälte kennenlernen und bewusstes, kontrolliertes Atmen üben.
Verlasse das Wasser sofort, wenn du starkes Unbehagen, unkontrollierbares Zittern, Taubheitsgefühle oder Krämpfe verspürst. Häufige, kurze Eintauchgänge sind für die Akklimatisierung deutlich effektiver als seltene, lange Aufenthalte. Über Wochen und Monate hinweg kannst du die Zeit im Wasser langsam steigern.
Dennoch bleiben selbst erfahrene Wildschwimmer in sehr kaltem Wasser unter 5 °C meist nicht länger als 5 bis 10 Minuten. In mäßig kaltem Wasser (10 bis 15 °C) können geübte Personen etwa 10 bis 20 Minuten im Wasser bleiben – dies ist jedoch stark individuell.
Eine häufig genannte, aber nicht allgemeingültige Faustregel ist die „Eine-Minute-pro-Grad-Celsius“-Regel. Bei einer Wassertemperatur von 10 °C könnte für eine gut akklimatisierte Person also eine maximale Aufenthaltsdauer von 10 Minuten in Betracht gezogen werden. Diese Regel sollte jedoch immer als absolute Obergrenze und nicht als Ziel verstanden werden und muss für Anfängerinnen, Anfänger oder extreme Bedingungen deutlich nach unten angepasst werden. [9]
3. Bleib aus Sicherheitsgründen in Küstennähe. [10]
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Nach dem Schwimmen
1. Trockne dich gründlich ab und zieh dich warm an, wenn du im kalten Wasser warst.
2. Vermeide sofort heiße Duschen: Sie können zu einem Blutdruckabfall führen. [11]
3. Halte dich vom Wind fern und vermeide unmittelbar danach intensive Aktivitäten.
4. Trinke ein warmes Getränk, um dich von innen aufzuwärmen. [11].
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Nützliche Ausrüstung für Wild Swimming
1. Neoprenanzug: Hilft dabei, die Körperwärme zu bewahren, insbesondere bei langen Strecken oder beim Schwimmen in kaltem Wasser.
2. Neoprensocken: Halten die Füße warm und schützt dich vor scharfen Steinen oder kalten Oberflächen.
3. Neoprenhandschuhe: Unverzichtbar, um die Hände bei kälteren Bedingungen warm zu halten.
4. Schwimmhilfen: Erhöht die Sicherheit und Sichtbarkeit beim Schwimmen.
5. Optional Schwimmkappen oder Schwimmbrillen: Für Komfort und bessere Sicht.
6. Bademäntel oder Handtücher: Hilft dir, dich im Freien umzuziehen, ohne zu frieren.
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Gesundheitliche Vorteile von Wild Swimming
1. Verbesserte Stimmung und psychisches Wohlbefinden
Regelmäßiges Schwimmen in der Natur steht in Zusammenhang mit einer verbesserten Stimmung, positiveren Emotionen und größerem Glück. Viele Schwimmer berichten, dass sie sich weniger ängstlich, gestresst oder depressiv fühlen. [12]
2. Stressabbau und mentale Erholung
Das Eintauchen in kaltes oder wechselndes Wasser lenkt deine Aufmerksamkeit ganz auf die Gegenwart und lenkt dich von übermäßigen Gedanken ab. Schwimmer beschreiben oft einen „Reset-Effekt“, ein erfrischendes Gefühl der inneren Erneuerung, das ihnen hilft, besser mit den Herausforderungen des Lebens umzugehen. [13]
3. Vorteile für die körperliche Gesundheit
Obwohl man beim Schwimmen in kaltem Wasser immer Vorsicht walten lassen sollte, kann regelmäßiges kurzes Baden überraschende gesundheitliche Vorteile haben. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass es dazu beitragen kann, den Ruheblutdruck zu senken und das Immunsystem zu stärken, indem es infektionsbekämpfende Zellen wie Monozyten und Leukozyten fördert. Es kann auch den Hormonhaushalt unterstützen, die Insulinverarbeitung des Körpers verbessern und zur Senkung der Triglyceride beitragen, also der Blutfette, die mit Herzerkrankungen in Verbindung gebracht werden. [14]
4. Soziale Kontakte und Gemeinschaft
Der Beitritt zu einer Gruppe oder das Teilen der Erfahrung mit anderen verleiht dem Ganzen eine starke soziale Dimension. Die Kameradschaft, die gegenseitige Ermutigung und die Rituale nach dem Schwimmen tragen alle zum allgemeinen Wohlbefinden bei. [15]
5. Engere Verbindung zur Natur
Das Schwimmen in Seen und Flüssen schafft eine starke Verbindung zur Natur. Das kühle Wasser, die umgebende Landschaft, die Geräusche und die Tierwelt fördern die Achtsamkeit und Präsenz, sodass sich Schwimmer ruhiger und geerdeter fühlen. [16]

Bildnachweis: Bayern Lens auf Unsplash
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6. Belastbarkeit und Anpassungsfähigkeit
Die Herausforderungen des offenen Wassers (Kälte, Strömungen, wechselhaftes Wetter) zu meistern, stärkt sowohl die mentale als auch die körperliche Widerstandsfähigkeit. Für viele wird das Wissen, dass sie wieder ins Wasser zurückkehren können, in schwierigen Zeiten zu einer Quelle der Kraft. [17]
7. Vorteile für das Altern und die Mobilität
Für ältere Menschen oder Menschen mit Gelenkschmerzen erleichtert der Auftrieb des Wassers die Bewegung und macht sie angenehmer. Einige Frauen berichten auch von einer Linderung von Wechseljahresbeschwerden oder hormonellen Symptomen, allerdings sind hierzu noch weitere Untersuchungen erforderlich. [18].
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Quellen:
[1] https://www.bhf.org.uk/informationsupport/heart-matters-magazine/activity/cold-water-swimmi
[2] https://www.rlss.org.uk/pages/category/open-water-safety-tips
[3] https://rnli.org/safety/choose-your-activity/open-water-swimming
[4] https://www.swimthelakes.co.uk/12915/blue-green-algae-and-swimming
[5] https://www.nationalwatersafety.org.uk/media/1145/open-water-swimming.pdf
[6] https://www.watersafetyusa.org/life-jackets-save-lives.html
[7] https://www.nationalwatersafety.org.uk/media/1145/open-water-swimming.pdf
[8] http://rlss.org.uk/pages/category/open-water-safety-tips
[9] https://fitro.info/cold-water-swimming-duration-and-safety
[10] https://www.nationalwatersafety.org.uk/media/1145/open-water-swimming.pdf
[12] https://www.ecehh.org/news/wild-swimming-mental-health
[13] https://www.wildswimmingcornwall.co.uk/about
[14] https://womensfitness.co.uk/fitness/wild-swimming-benefits
[15] https://www.swimming.org/openwater/wild-swim-project
[16] https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0272494423001214
[17] https://nhsforest.org/blog/blue-space-for-health/
[18] https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0272494423001214
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