Inspirierende Trails: Patagonien

Inspirierende Trails: Patagonien

Inspirierende Trails: Patagonien

Geschrieben von: SportsShoes

Der talentierte Nike Athlet Francesco Puppi ist eine Schlüsselfigur im italienischen Berglauf Nationalteam und hat die World Long Distance Mountain Running Championships 2017 gewonnen. In diesem Artikel teilt er seine Erfahrung beim Rennen 2019 in Patagonien mit uns. Lass dich inspirieren….

 

Die World Mountain Running Championships 2019 in Patagonien waren etwas ganz Besonderes für mich für mich sowohl als Läufer als auch als Mensch; etwas, dass ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht hätte vorstellen können.

Um ehrlich zu sein, war ich mir zuerst nicht einmal sicher, ob ich an dem Rennen teilnehmen würde. Aber ich entschied mich dafür, als ich erfuhr, dass Jim Walmsley dabei sein würde. Ich saß im Red Rock Café in Colorado Springs an einem sonnigen Nachmittag kurz nach dem Pikes Peak Marathon und schlürfte einen Smoothie mit dem amerikanischen Profiläufer Joe Gray und meiner Partnerin Gloria. Joe erwähnte Jims Namen und bestätigte dessen Absicht, in Patagonien anzutreten. Damit war ich Feuer und Flamme für das Rennen.

Photo credit: WMRA and Marco Gulberti

Das Rennen mit Jim zu teilen war eine der lohnenswertesten Erfahrungen für mich. Es war ein intensives Kopf-an-Kopf Rennen über 40km, 2100 Höhenmeter und brachte uns beide an unsere absoluten Leistungsgrenzen. Obwohl ich lediglich mit gerade einmal ein paar Sekunden unterlag, hätte ich nicht beeindruckter von seiner Willenskraft und seinem Mut sein können. Ich fühlte mich eins mit der Welt, nachdem ich die Silbermedaille bei den World Mountain Running Championships 2019 gewonnen hatte.

Es war ein Rennen zwischen Jim und mir, in dem die Umgebung, in der wir uns duellierten, eine große Rolle spielte; emotional sowie von einem technischen Standpunkt her. Die Landschaft Patagoniens ist einzigartig, die abgelegenen Gipfel und die Weite der Landschaft sind wirklich atemberaubend. Die Luft füllt deine Lungen in so einer Weise, als ob du noch nie in deinem Leben zuvor so tief eingeatmet hättest.

Ich bin mit dem italienischem Nationalteam etwa 10 Tage vor dem Rennen nach Argentinien angereist, um mir genügend Zeit zu geben, mich mit der Strecke vertraut zu machen und mich von meinen mentalen und physischen Strapazen zu erholen. Es war wichtig mich komplett zu erholen, um mich ganz dem Rennen widmen zu können. Eine letzte Trainingseinheit vor dem Rennen und ich war bereit. Ich hatte alle Antworten, die ich benötigte, und die solide Vorbereitung gab mir ausreichend Selbstbewusstsein.

Ich wusste, dass Jim und ich das Rennen unter uns ausmachen würden. Und genau so kam es auch.

Vor dem Start bereitete ich mich auf die größtmöglichen Strapazen vor. Ich hatte kaum Zeit nachzudenken, da Jim direkt wie eine Rakete loslegte. Als er auf der Route 40 entlang der Villa La Angostura lief, war ich jedoch direkt bei ihm. Beim ersten Anstieg waren wir schon beide allein unterwegs.

Photo credit: WMRA and Marco Gulberti

Nachdem uns auf dem Großteil der Strecke lediglich einige Sekunden trennten, war ich fest entschlossen, ihn auf dem letzten Anstieg zum Cerro Bayo, einem brutalen 3,7 km langen Anstieg mit 700 Höhenmetern, einzuholen. Sekunde um Sekunde holte ich den Abstand zu ihm auf und überholte ihn vor der Schneegrenze, nur 1 km vor dem Gipfel. Nach zwei Stunden des intensivsten Schlagabtauschs, den ich je erlebt hatte, liefen wir wieder zusammen. Ich hatte einen kurzwährenden Augenblick des Ruhmes, als ich ihm vor dem Gipfel überholte. Durch den eisigen Wind lief ich kurzatmig mit verkrampften Armen.

Vielleicht habe ich nicht genug Talent, um ein Rennen zu gewinnen. Man benötigt diese bedingungslose Entschlossenheit, die Chancen des Gegners zunichte zu machen und die verdammte Ziellinie als erster zu überqueren. Ich dachte kurz darüber nach; Ich hatte das Gefühl, noch nicht ausgereift genug zu sein, nicht genug für das Rennen getan zu haben.

Ich verlor wertvolle Sekunden auf den ersten 500m bergab. Ich hatte offensichtlich Schwierigkeiten. Aber, nachdem ich meine Lauf Form soweit wiedererlangt hatte, dass ich zumindest bis zum Ziel durchhalten konnte, machte ich mich auf die Verfolgungsjagd nach Jim.

Als ich den letzten Rennabschnitt erreichte vom Trail auf die Straße, war ich entschlossen bis an mein Äußerstes zu gehen, mich zu quälen. Ich wusste, dass dieser Moment kommen würde: Wenn die Schmerzen fast unerträglich werden und du ihnen eine Dimension, eine Form geben musst.

Als ich die Straßen der Villa La Angostura überquerte, fiel ich schließlich meiner Anstrengung zum Opfer und brach auf demselben Boden zusammen, von dem ich drei Stunden zuvor gestartet war.

Hey Jim, du Teufelskerl. Du hast gewonnen.

 

Auf unserem Trail-Blog findest du mehr Inspirationen, Tipps und Motivationshilfen. Wenn du auf der Suche nach Ausrüstung bist, schau dir unsere Auswahl an Trail Schuhen, Kleidung & Equipment an.

 


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